Update 07.07.07Ein Hausdrachen Namens Scottyoder
Was lange währt, wird manchmal gutoder
Der Beginn einer langen Freundschaft?Zum Verständnis muss ich natürlich ausholen und der erste Teil der Geschichte hat wenig bis gar nichts mit Scotty zu tun:
Mitte April (da war es noch kuschelig warm in Deutschland) wurde ich nach Aachen gesandt um 2 Fähen (Mutter, 2 Jahre und Tochter, 1 Jahr) abzuholen und sie bis zur Weitervermittlung (es gab schon eine Interessentin) in Pflege zu nehmen. Die Kommunikation gestaltete sich äußerst schwierig weil es sich bei dem Abgeber um einen asiatischen Studenten handelte, der nicht unbedingt sehr deutschfest war

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So standen wir dann im Flur und warteten auf die Übergabe der Süßen, weil der Übergeber uns nicht in seine Dachwohnung lassen konnte..... denn für 3 Personen wäre dort kein Platz …

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Das Einzige, was ich von den Beiden dann im Kennel sehen konnte, waren 2 süße, kleine Iltis-Schnäuzchen – den Rest konnte man nur riechen!
Frage: „Die sind nicht wirklich kastriert, oder?“
Gegenfrage: „kastlielt?“
„Ja, kastriert!“
„Eine kastlielt, eine nich kastlielt“ (bitte, lieber Student, solltest du das jemals lesen: nicht böse nehmen, ist nicht böse gemeint!).
„wer ist denn die Mutter und wer die Tochter“
„weiss nich“
„beißen die?“
„manchmal – Besuchel“

(btw: die Beiden haben keine Ahnung, wie man Besucher oder sonstige Leute beißt und eine war so in der Hochranz, dass sie tropfte, die andere „schwoll“ gerade ab, ergo: Beide unkastriert)
Gebe NIE, NIEMALS deinen Pflegetieren Namen!!!! Normalerweise halte ich mich daran, musste mich aber auf der Nachhausefahrt so über die Situation an sich (und Monis begleitende SMS´en) amüsieren, dass wir sie spontan Sushi (die Kleine und m.E. die Mutter) und Bami (sind allerdings keine „festen“ Namen ) tauften – zur Auswahl stand auch Bami und Goreng, da wir aber nicht wussten, ob chinesisch oder japanisch haben wir vorsichtshalber gemischt.
So weit so gut!
Etwa eine Woche später wurden sie kastriert und es gab mehrere Probleme bei / durch die Ranz!
Kurzform (bei Interesse schreibe ich auch gerne die Langform, die hier den Rahmen sprengen würde):
Bami hatte Wasser im Bauchraum - also genaustens nachgeschaut – Nichts gefunden. Fazit: es war wohl (hoffentlich) die Ranz (wird noch mal nachgeprüft).
Beide ließen ihre Fäden nicht in Ruhe, Sushi musste nachoperiert werden (weil sie sich Fettgewebe aus der Wunde gezogen hat), Bami wurde nachträglich noch geklammert.
Solche TA-Geschichten und die damit verbundenen Sorgen sind absolut Gift für eine Maßgabe, dass die Tierchen weitergegeben werden sollen in ein – für mich – ungewisses neues Heim.
Dann ist die Interessentin aus verschiedenen persönlichen Gründen abgesprungen.
NIE wollte ich eine Gruppe über 6 Tiere haben (5 hatte ich, plus 2 = ?). Außerdem wollte ich meinen 2 alten Damen eine Integration nicht mehr zumuten.
Aber: .... die Überlegung: 2 wirklich zucker-, zuckersüße Mädels, die keiner Fliege etwas zu Leide tun, die machen sich doch auch nicht über meine Omis her, oder? Und dann könnten sie mit denen kuscheln (weil Tasha manchmal bei den Jungs schläft und die kleine Carrie dann alleine liegt – und sie hätte dann auch Schlaf-Gesellschaft) und die beiden Fähen können super aufdrehen und spielen. Scotty ist manchmal von Barclay etwas überbelasted und Barclay zieht dann alleine seine Runden, weil seine Energie, die der Anderen WEIT übersteigt und da könnten die Mädels doch auch eingreifen und „aushelfen“.
Noch Männe überzeugen (war nicht soooo einfach ...) und ab dafür!
Na dann – ist ja Alles mehr als perfekt !!!!! ………. in der reinen Überlegung ...... ABER man sollte NIEMALS vergessen, dass Scotty in jeglicher Hinsicht kein normales Frettchen ist

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Mit den Omis hat es genauso geklappt, wie ich mir das gedacht habe: Carrie ist es völlig schnuppe, wie viele und was für Frettchen sich an sie kuscheln, Hauptsache sie sind freundlich. Tasha hat etwas gezickt und Schulter-Popodrücken und die Übermächtige gespielt, hat damit Niemanden wirklich beeindruckt und hat sehr schnell herausgefunden, dass es gar nicht so übel ist als Nacktfrettchen mit 2 vollbepelzten Mädels zu nächtigen.
Die Jungs:
Barclay und Sisko mussten natürlich die Machos heraus hängen lassen und zeigen, wer hier das Sagen hat! Aber Alles in normalen Bahnen.
Und dann kam Scotty:Scotty zeigte sich ganz am Anfang ziemlich schissig und lief sogar quieckend vor den Mädels weg – ganz, ganz kurzfristig! Gemeinsames Vitapaste schlecken, bemerken, dass die Mädchen ihm gar nichts tun und die ersten Nackenbeißattacken waren ziemlich Eins. Trotzdem war Alles noch völlig in Ordnung und „normal“.
Ein bis zwei Tage war Scotty einfach nur beleidigt. Er bewohnte demonstrativ ausschließlich die Außenkäfige und kam nur zum futtern rein, piesackte die Mädchen und verschwand wieder im Außenkäfig.
Die anderen 2 Jungs nahmen die Mädels hin, ab und an gabs ein bissl Erinnerung, wer hier neu und wer alt eingesessen ist – aber Nichts Dramatisches!
Lange dauerte es leider nicht bis Scotty dahinter kam, dass die Mädels sich in keinster Weise wehrten. Er bekam Oberwasser. Nach ein paar Tagen war es dann so, dass er die Fähen überall suchte und aufspürte, sie im Nacken packte und die Alligatorrolle in Vollendung zeigte. .... und die Kleinen wehrten sich einfach nicht! Das höchste der Gefühle war ein Weglaufen ohne Chance, da Mister Montgomery Scott in Perfektion zeigte, dass ein dreibeiniges Frettchen mitnichten langsamer ist als ein Vierbeiniges …

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Das war die Zeit, in der ich „ernsthaft“ überlegt habe, Scotty zur Versteigerung frei zu geben!!!
Nein – keine falschen Hoffnungen; das ist natürlich eine Finte!
Mit seinem Verhalten (und dem Gequietsche und Gestinke) hat er dann auch wieder die 2 anderen Jungs angesteckt, die dann meinten, dass auch sie zeigen müssen, wie stark sie doch sind

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Die Hauptangriffe galten Sushi, die immer noch relativ heftige Ranzanzeichen hatte.
Also, Überlegung: Aufgeben? Nein – viel zu früh, noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Die Mädels zeigten sich durchgehend interessiert an den Jungs und bekamen es nicht beständig mit der Angst zu tun, so dass sie sich nicht mehr raus trauten etc. im Gegenteil: schliefen die Jungs wurde sich hingeschlichen und vorsichtig an den Öhrchen geschnuppert, manchmal legten sie sich auch probehalber dazu. Aber die Angriffe von Scotty (und in Folge von den beiden anderen Rüden) waren zu massiv, sie zu dem Zeitpunkt zusammen zu lassen, zumal die Fähen nach den Angriffen auch die unbeteiligt vorbeigehenden Oldies zwickten, weil sie sie nicht erkannten
oder
Ranz abwarten, danach Zusammenführung von Scotty und den Mädels auf neutralem Boden.
Wie schon erwähnt: Sushi war bei der Kastra in der Hochranz – dementsprechend dauerte es laaaaaange bis sie einigermaßen raus war.
In der Zwischenzeit sollten sich die Anderen aber nicht wieder entfremden – also die 2 Ställe getrennt und die Gruppen 1-2 Mal am Tag neu gemischt OHNE dass Scotty und die Mädels aufeinander trafen und mit der Maßgabe, dass jedes Frett (bis auf Carrie, die mag den linken Stall nicht und geht auch nicht mehr gerne raus) jeden Tag ins Außengehege konnten *schweißvonderstirnwisch*.
Ich glaube kaum, dass irgendeins meiner Tiere überhaupt bemerkt hat, das es zeitweise von den Anderen getrennt wurde – sie wunderten sich nur, dass das Zwischentörchen geschlossen war.
Dann war es so weit:
Scotty und die 2 Mädels zogen für ein paar Tage zu Steffi79 auf neutralen Boden.
Scotty wollte sofort, trotz ca. 5 Wochen Trennung, auf Bami los und hat sie auch erwischt!!! Jedoch – da war etwas ganz anders als vorher – sie wehrten sich! Ein neu gewonnenes Selbstbewusstsein der Fähen und die fehlende Ranzträgheit ließ Scotty dann doch etwas zurück stecken.
Es war kein eitel Sonnenschein aber es war ein Anfang, der ausbaufähig war. Ab und an schlief man sogar in der gleichen Decke – jedoch auf verschiedenen Etagen.
Bei der Abholung war ich guter Hoffnung, dass wir es schaffen würden!
Vergangenen Sonntag wurden die Drei dann nach Hause geholt und zogen auf den Dachboden – dazu kam für 24h Barclay. Am Montagabend zogen alle wieder in den Stall ohne Trennung.
Scotty spielt noch immer beleidigt und hat nunmehr seine Taktik geändert: ignorieren

! Dann geht er eben zum Futternapf und frisst, dann geht er eben an den Mädels vorbei, dann geht er eben mit Barclay zum spielen nach Draußen. – Die Mädels würdigt er keines Blickes!
Nur, wenn sich eine der Beiden anschleicht, an seinem Ohr schnuppert und los quiekt bei der Erkenntnis, dass das das „böse“ Frettchen ist, dann muss er noch mal eben seiner Rolle gerecht werden und scheucht die Damen durch den Stall, die quietschend und quiekend flüchten aber jetzt ohne Puschelschwanz, ohne abzustinken, geschweige denn mit Angsthäufchen - eigentlich scheinbar eher spaßeshalber

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Vor Allem Sushi passt so absolut toll zu Scotty als wenn sie Geschwister wären. Irgendwann wird er das erkennen!!!

Ich denke positiv: das war der Anfang einer langen, tiefen Freundschaft!!!
Das war sie: die Geschichte in Kurzform (!) über eine Integration, die nicht ganz einfach war, über ein Kacksack-Maskottchen, was einem das Leben nicht immer leicht macht und bei dem man trotzdem alle seine Sünden vergisst, wenn er einen mit großen Kulleraugen ansieht ….
Mein besonderer Dank geht an Steffi und ihren Männe, die es auf sich genommen haben, ihre Wohnung mit den Stinkern (im wahrsten Sinne des Wortes) zu teilen, deren eigene Fretts dadurch weniger Raum hatten und die sogar „Blutopfer“ bringen musste. Ihr habt was gut bei mir
Und an Sabi, die, obwohl sie laufend eingeweiht war, es (fast) die ganze Zeit über geschafft hat dicht zu halten …

Zusatz: keins der hier genannten Tiere wurde, wird misshandelt oder gequält oder ist in irgendeiner Art und Weise zu Schaden gekommen. Außer vielleicht Scottys Stolz – aber er ist ja schließlich kein Klingone und wird darüber weg kommen (zumal er jeden Tag seine Extra-Streicheleinheiten sowie Vitapaste erhält – und solange er seine Jungs, vornehmlich Barclay, hat, ist die Welt eh für ihn in Ordnung!

)
LG
Kibila