Erste Schritte

Bevor Du Frettchen bei dir aufnehmen willst, solltest Du dir einige wichtige Dinge im Voraus überlegen. Die Frettchenhilfen sind zwar froh um jedes vermittelte Frettchen, aber es bringt weder uns noch den Tieren etwas, wenn sie nach ein paar Tagen/Wochen wieder bei uns landen, weil man „sich das anders vorgestellt hat“ oder sich „plötzlich die Lebensumstände verändert haben“.

1. Grundlegendes Fachwissen
Hast du dich genug informiert, welche Bedürfnisse Frettchen haben? Was brauchen sie für Futter, wo bringe ich sie unter, was kostet das alles?

Frettchen müssen mindestens zu zweit gehalten werden, ein Partner kann weder durch einen Menschen noch ein anderes Haustier ersetzt werden. Außerdem schlafen Frettchen ca. 18-20 Stunden am Tag – und zwar dann, wenn SIE schlafen wollen; nicht, wenn du es willst.

2. Eigener Lebensstil und tägliche Pflege
Bist du bereit, dich mehrere Stunden am Tag um deine Frettchen zu kümmern? Sie brauchen zu fressen, die Katzenklo müssen gereinigt werden und sie wollen von dir bespaßt werden. Ist es dir egal, wenn deine Wohnung als Katzenklo und deine Blumen als Buddelecken herhalten müssen? Frettchen sind nun mal sehr selten wirklich stubenrein und sie kennen den Unterschied zwischen „dein“ und „mein“ nicht.

Hast du jemanden, der in Notfällen oder Urlaubszeiten einspringen und deine Tiere versorgen kann? Viele Menschen haben Angst vor Tieren oder sie können keine geeignete Unterbringung gewährleisten.

Frettchen können ca. 6-8 Jahre alt werden, im Ausnahmefall sogar älter. Bist du bereit, dein Leben für diese Zeit nach ihnen zu richten?

3. Unterbringung
Darfst du in deiner Wohnung Tiere halten? Was sagen eventuelle Mitbewohner zu deinen neuen Haustieren? Hast du vielleicht schon Haustiere? Nager zum Beispiel müssen auf jeden Fall räumlich getrennt von den Frettchen gehalten werden. Und ob der große Hund die neuen Mitbewohner mag (und nicht nur zum fressen gern hat) ist ebenfalls fraglich.

Ein Frettchen ist kein Käfigtier, sondern benötigt mehrere Stunden Auslauf am Tag und einen großen Käfig. Noch besser ist freie Wohnungshaltung oder ein eigenes Zimmer für die Frettchen, wo die den ganzen Tag laufen können. Frettchen, die ständig eingesperrt sind, werden unausgeglichen und verhaltensgestört.

Sind kleine Kinder mit im Haushalt stellt sich die Frage, ob es wirklich Frettchen als Haustiere sein müssen. Frettchen sind ungestüm und toben gerne, dabei können sie auch schon mal fester zubeißen. Das ist einfach die Natur der Tiere und hat nichts mit Boshaftigkeit zu tun! Besser, man wartet, bis die Kinder älter sind, als dass die Tiere beim ersten Kratzer wieder abgegeben werden müssen.

4. Kosten
Bist du dir sicher, dass du für die nächsten Jahre die Kosten aufbringen kannst, die Frettchen verursachen? Außer den Kosten für Futter, Wasser, Katzenstreu und Leckerchen, die regelmäßig anfallen, kommen auch teils sehr hohe Tierarztkosten auf dich zu. Es ist keine Seltenheit, dass ein Frettchen eine Tumorerkrankung bekommt oder die Zähne saniert bekommen muss. Tierarztrechnungen um die 100-200 € sind da locker drin!

Natürlich ist alleine die Anschaffung nicht preiswert: die Tiere selbst, ein großer Käfig, Futternäpfe, Katzenklos, Schlaf- und Spielzeug ect. – das läppert sich!

5. Gesundheit des Menschen
Auch gegen Frettchen kann man allergisch sein, ob es sich durch Hautreaktionen oder Atembeschwerden bemerkbar macht. Oft kann man das durch die Einnahme von Allergietabletten oder der Umstellung der Frettchen auf eine barfe Fütterung eindämmen, aber bei einer wirklich schlimmen Allergie sollte man von der Frettchenhaltung absehen.

Viele Menschen sind auch nicht gegen das Frettchen selber, sondern gegen den Staub vom Katzenstreu allergisch. In diesem Fall hilft nur ausprobieren.

6. Krankheit des Tieres
Hast du einen frettchenerfahrenen Tierarzt in der Nähe, den du auch im Notfall und am Wochenende erreichen kannst? Wenn Frettchen wirklich krank werden, kann es sich um Minuten oder Stunden handeln, bis es zu spät ist! Da gibt’s kein „Hab kein Auto“ oder „Fahre am Montag“!

Bist du auch bereit, dein Frettchen alle 2-3 Stunden mit Brei zu päppeln, wenn es selber nicht fressen möchte? Bei dem kurzen Verdauungstrakt der kleinen Pelznasen kann es sehr schnell böse enden, wenn man mal „keinen Bock“ hat, nachts aufzustehen. Evtl. musst du auch mal täglich zum Tierarzt oder selber Spritzen verabreichen.

Wenn du zu all diesem bereit bist und alle Hürden bedacht hast, steht einer Frettchenhaltung nichts mehr im Wege.